HVB - Heimatverein benniehausen e.V.

Hier entsteht eine "lebende" Ortschronik

Hof Traupe

05.2022 - Arne Traupe ist einer der 17 Kandidaten bei der 18. RTL-Staffel von „Bauer sucht Frau“;

Käse und Kühe sollte sie mögen

Quelle: Göttinger Tageblatt v. 07.05.2022, Foto: Peter Heller

Alle Kühe auf dem Hof von Arne Traupe haben einen Namen.


Wenn Arne Traupe, der in Göttingen Agrarwissenschaften studiert hat, „alles Käse“ sagt, dann sind diese zwei Worte keineswegs negativ belastet. Ganz im Gegenteil, denn im Leben des 30-Jährigen dreht sich fast alles um Käse und Kühe. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch Platz für eine Partnerin wäre. Und genau die versucht der in Göttingen geborene Landwirt aus Leidenschaft, wie er sich selbst bezeichnet, bei der Sendung „Bauer sucht Frau“ kennenzulernen. Denn bei diesem RTL-Format hat er sich beworben.

„Ich probiere gern etwas Neues aus, und wenn man mit 30 die Treppe fegen muss, dann macht man sich schon so seine Gedanken“, sagt Arne Traupe und lächelt verschmitzt dabei. Aus Spaß setzte er sich eines Abends hin und schickte eine Mail an den Sender. Seine Hoffnung, eine Antwort zu bekommen, war eher gering. Doch die kam schnell und im März rückte bereits ein Kamerateam an und machte ein internes Casting für die Doku-Soap mit ihm. 17 Kandidaten bei „Bauer sucht Frau“

„Ich weiß ja noch gar nicht, ob ich dabei bin“, berichtet Traupe. 16 Bauern und eine Pferdewirtin sind 2022 auf der Suche nach dem großen Glück. Seine Chancen stünden wohl nicht schlecht, denn einen Käsebauern habe es bislang noch nicht unter den Kandidaten gegeben.
Am Ostermontag saß dann Familie Traupe, die in Niedeck, einem idyllischen Ort in der Gemeinde Gleichen „Traupe’s Milchhof“ betreibt, geschlossen vor dem Fernseher und erlebte die Vorstellung der Kandidaten in der von Inka Bause präsentierten Sendung. „Ich war gleich als Erster dran“, berichtet der engagierte Bauer, der von Kindesbeinen an nichts anderes wollte, als auf dem Hof seiner Eltern zu arbeiten.
Von seinem ersparten Taschengeld kaufte er sich damals ein kleines rotbuntes Bullenkalb. 300 Mark kostete es und bekam natürlich auch einen Namen: Rudi. Wie alle Kühe auf dem Hof, und dies sind immerhin 200, einen Namen haben. Sie gehören quasi zur Familie und werden auch als solche behandelt. Artgerechte Tierhaltung wird bei den Traupes großgeschrieben.

Fair für Mensch und Tier lautet dann auch der Wahlspruch der Familie. In dritter Generation wird der Hof inzwischen betrieben. Nachdem der 30-Jährige in Göttingen die Schule und sein anschließendes Studium der Agrarwissenschaften beendet hatte, vertiefte er sein Wissen noch mit Praktika auf zwei landwirtschaftlichen Betrieben in der Nähe von Bremervörde und am Bodensee. „Als ich auf den Hof zurückgekommen bin, da hatte mein Opa 80 Kühe. Die haben wir dann auf 200 aufgestockt.“

Da sowohl Opa, Vater und auch Enkel aufgeschlossen Neuerungen gegenüber sind, streckte Arne seine Fühler nach rechts und links aus und informierte sich eingehend über die handwerkliche Milchverarbeitung. Eine gebrauchte Käserei wurde erworben („Es war eigentlich nur ein Autoanhänger“). Er belegte Kurse, eignete sich den einen oder anderen Kniff an und lernte Menschen kennen, „die gut drauf und motiviert sind“.

Genau diesen Eindruck vermittelt der Niedecker, der regelrecht ins Schwärmen gerät, wenn er von dem Gewölbekeller erzählt, in dem der Käse auf Fichtenholzbrettern reift. Denn inzwischen ist aus der kleinen eine imposante Käserei geworden, die naturbelassene Milch, Joghurt, Quark, Kefir und natürlich Käse herstellt. Arne isst am liebsten den Bergkäse, aber auch Fleisch gehört auf seine Speisekarte. Sein Lieblingsessen ist jedoch Pizza, „weil man da so schön Käse drauflegen kann“. Eigentlich logisch.

Käse sollte die künftige Frau an seiner Seite schon mögen, zumindest insofern, als sie Verständnis dafür aufbringt, dass Arne Traupes Beruf viel Zeit in Anspruch nimmt. Was aber nicht heißt, dass sie zwingend auf dem Hof mitarbeiten müsste. „Wenn sie einen anderen Job hat, dann ist das auch völlig ok.“

Und auch das Vorurteil, dass Bauern niemals Zeit haben, um in Urlaub zu fahren, kann Arne entkräften, denn es gebe durchaus auch eine Vertretung für ihn auf dem Hof. „Die letzten drei Jahre bin ich allerdings nicht im Urlaub gewesen, aber davor war ich sechs Wochen in Amerika“. Die urlaubsfreien vergangenen Jahre waren vor allem der Corona-Pandemie geschuldet. „Der Trend zu regionalen Produkten hat sich noch weiter verstärkt, sicherlich nicht zuletzt aufgrund Corona“, hat Traupe einen Erklärungsansatz. Und so weitete die Familie ihr Netzwerk immer weiter aus, verfeinerte die ökologischen Kreisläufe Stück für Stück.

Und was macht ein so engagierter Landwirt, der ganz nebenbei mit seinem Großvater zusammen auch schnell einmal ein Stück hinter der Käserei gepflastert hat, in seiner Freizeit? Er joggt, einmal die Woche: „Auf der Runde kann man gut sehen, wie der Weizen steht.“ Und ebenfalls ganz nebenbei wird auch die sich an die Käserei anschließende Wohnung frisch renoviert. Denn schließlich sollen sich ja die möglichen Kandidatinnen, die Arne Traupe zu der sogenannten Hofwoche im Sommer einladen möchte, auch wohlfühlen.


TRAUPE`s Milchhof

Nach eineinhalb Jahren Vorbereitung hat am 15. Dez. 2018 "Traupe`s Milchhof" seine Tore eröffnet. Mit sechs leckeren Käsesorten aus eigener, tradioneller Herstellung und frische naturbelassene Milch startet der Verkauf  über Selbstbedienungsautomaten. Die Milch gibt es zum selbst Abfüllen aus dem Milchautomaten.

Traupe`s Milchhof
Traupes Milchhof.pdf (401.44KB)
Traupe`s Milchhof
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Bilder mit Genehmigung v. Arne Traupe (12.18); zeigen den Verkaufsbereich, Arne Traupe vor den SB-Automaten, Andreas, Susanne u. Arne Traupe, die mobile Käserei sowie Gäaste anlässlich der Eröffnung. Das Einverständnis der abgelichteten Personen wird vorausgesetzt. Sollte dies widererwartend nicht der Fall sein, bitten wir um Nachricht, damit das Foto entfernt bzw die Person unkenntlich gemacht wird.

Familie Traupe wurde im Okt. 2018 für das Schutzprojekt "Rotmilan - Land zum Leben" ausgezeichnet. Zwei von acht Preisen bundesweit sind in die Rotmilian Hochburg Südniedersachsen gegangen. Dort wird besonders viel für den Schutz des Greifvogels getan  (s. Artikel Göttinger Tageblatt v. 24.10.18).

 

Quelle: GT v. 24.10.18
Schutzprojekt-Rotmilan.pdf (435.06KB)
Quelle: GT v. 24.10.18
Schutzprojekt-Rotmilan.pdf (435.06KB)