Arbeitskreis Ortsheimatpflege Benniehausen

Hier entsteht eine "lebende" Ortschronik

Schmiede Gellert.

Bereits im Jahr 1617 wurde ein Schmied Georg Gellert in Benniehausen erwähnt; dieser hatte Arbeiten am hessischen Amtshaus in Wittmarshof ausgeführt, worüber Rechnungen im Staatsarchiv Hannover erhalten sind. Im Jahr 1630 kaufte er von der Familie von Uslar auf Appenrode die Hofstelle am Benniehäuser Thie, die die Familie Gellert noch heute bewohnt.

Das heutige Wohnhaus wurde im Jahr 1754 von Joachim Ernst Gellert und seiner Ehefrau Maria Elisabeth Behren erbaut. Zu dieser Hofstelle gehörte zu jener Zeit eine umfangreiche Landwirtschaft. Im Wohnhaus links von der Eingangstür befand sich früher der Kuhstall. Bis zum 2. Weltkrieg war die Schmiede in einem Fachwerkschuppen rechter Hand vom Wohnhaus untergebracht. 













Auf dieser Aufnahme aus den 30er Jahren sieht man Adolph Gellert mit seiner Frau Mathilde und den beiden Söhnen Albert und Werner (rechts). Albert war 1922 geboren und fiel im Zweiten Weltkrieg. Der ein Jahr jüngere Bruder Werner wurde daraufhin Schmied. Nach Kriegsende wurde die Schmiede in massiver Bauweise neu errichtet. In der Schmiede wurden Pferde beschlagen, Landmaschinen repariert und alle sonstigen Schmiedearbeiten ausgeführt.

Die Schmiede war der Treffpunkt für die Bauern aus den umliegenden Dörfern. Bereits in den 50er Jahren erweiterte man das Geschäft um eine Tankstelle.   













Nachdem die Pferdehaltung auf den Bauernhöfen und damit der Hufbeschlag zurückging, verlagerte man sich auf die Installation von Wasserleitungen, was Ende der 70er Jahre bereits die Hälfe von Werner Gellerts Arbeitszeit in Anspruch nahm.

Als Werner Gellert 1981 plötzlich an einem Herzinfarkt starb, war sein Sohn erst in der Lehre bei Schmiedemeister Hunold in Bischhausen und konnte den Betrieb nicht weiterführen.

Ein Zeugnis traditioneller Schmiedekunst ist noch heute der Eisenzaun längs der Bäckergasse, der bereits von Wilhelm Gellert, dem Großvater des heutigen Besitzers, gearbeitet wurde.


Quelle / Text: Katharina Wille (04.17)