HVB - Heimatverein benniehausen e.V.

Hier entsteht eine "lebende" Ortschronik

5000 Kilometer mit dem Fahrrad für "Ärzte ohne Grenzen".

In Benniehausen, in der Mühelnstr. 17, lebt eine "besondere" Person, von deren Engagement im sozialen Bereich wir erst am 04. Mai 2019 aus einem Zeitungsbericht des Göttinger Tageblatt (GT) erfahren haben.

Svea Venus, 21 Jahre, wirbt mit einer ungewöhnlichen Tour um Spenden für humanitäre Hilfe, siehe nachstehenden Artikel aus dem GT. Über ihre Reise wird Svea in ihrem Reiseblock: SveaVenus.de berichten.

Die 21-jährige Svea Venus wirbt mit ungewöhnlicher Tour um Spenden /
Im Gepäck Straßenkarten und „nur das Nötigste“ Von Ulrich Schubert

Benniehausen. Wenn Svea Venus erzählt, dann sprüht sie nur so vor Energie – egal, ob es um ihre Tour nach Rom, ihr Arbeitsjahr in einem Jerusalemer Krankenhaus oder die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ geht. Am Sonntag steigt die 21-Jährige wieder aufs Fahrrad. 5000 Kilometer will die angehende Medizinstudentin radeln: Von Benniehausen bei Göttingen nach Lissabon und zurück. Damit will sie die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ unterstützen und um Spenden werben.

Es ist alles vorbereitet: Das neue Tourenrad ist eingefahren. Reparaturset, Schlafsack, Zelt, Kultursachen, wenig Kleidung und Persönliches sind in den Satteltaschen verstaut. „Nur das Nötigste“, sagt Venus, „wenn’s bergauf geht, ist jedes Gramm mehr schon zu viel“. Im Gepäck ist auch ein Stapel klassischer Straßenkarten auf Papier: Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal. Ja, Venus fährt lieber nach Karte statt nach Navi. „Da bekommt man einen ganz anderen Bezug zur Region und zum Ort, an den man reist“, sagt sie.

Denn der Bezug zu den Menschen während ihrer Reise, der direkte Kontakt auf Campingplätzen, in Hostels, Cafés, Läden und auf der Straße ist das, was sie sucht. „Die Menschen sind überall so freundlich, offen und vor allem interessiert, wenn ich alleine angeradelt komme“, hat sie immer wieder erfahren. Und jede Begegnung sei für sie selbst wieder eine neue Erfahrung und Bereicherung.

Dass sie dabei unausweichliche Strapazen wie Dauerregen, Hitze und endlose Bergsteigungen physisch und auch psychisch verkraften kann, hat sie bereits bewiesen. Die einstige Schülerin vom Göttinger Hainberg-Gymnasium ist im Sommer 2017 4000 Kilometer über Venedig nach Rom geradelt. Sie war im Schüleraustausch im Iran. Und sie hat ein Jahr lang in einem Krankenhaus in Israel Kinder mit progressiven Muskelerkrankungen gepflegt.

Wenn es besonders anstrengend wird, „werde ich von einer inneren Kraft getrieben, weiterzumachen“, hat die 21-Jährige erfahren. Das schaffe Selbstvertrauen und „man lernt, sich auch in ungewohnten, schwierigen Situationen zu überwinden“. Gerade diese Selbsterfahrung mit Grenzsituationen treibe sie weiter an. Und das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit dabei.

Jetzt also Portugal – einmal mit dem Fahrrad über die Pyrenäen nach Lissabon und zurück. Die Freiheit dafür hat Venus, weil sie nach einem halben Jahr Praktikum in der Intensivpflege des Weender Krankenhauses zurzeit noch auf einen Studienplatz für Medizin warten muss.

Die Triebfeder für diese Reise aber hat sie mit ihren Erlebnissen in Israel gespannt. Dort hat sie mittelbar und unmittelbar „so viel Leid, Hunger, Krankheit und Not“ erlebt. Und sie hat die Arbeit von „Ärzte ohne Grenzen“ näher kennengelernt. „Humanitäre Hilfe braucht Menschen, die hinschauen und helfen, wo es oft am Nötigsten mangelt“, sagt Venus. Die Organisation tue genau dies weltweit, indem sie medizinische Nothilfe dort leistet, wo Menschen durch Hunger, Krankheit oder Gewalt bedroht sind. 

Mit ihrer Tour will sie auf die Initiative aufmerksam machen und in Gesprächen auch für Spenden werben. Sie selbst erfahre dadurch keine finanziellen Vorteile, versichert Venus. Bei „Ärzte ohne Grenzen“ sei ihre Aktion lediglich gemeldet und regis­triert.

Am Sonntag will Venus am frühen Morgen starten. 100 bis 150 Kilometer pro Tag will sie zurücklegen. Wie lange sie unterwegs sein wird, ist offen. „Das hängt von vielen Faktoren ab: vom Wetter, von der persönlichen Tagesform, von den Menschen, die man trifft, und der Schönheit eines Ortes. Wenn es dann doch mal zu anstrengend wird: Geht auch die Bahn? „Nein, kein Zug. Um Gottes willen! Das kommt nicht infrage.“

Quelle: Göttinger Tageblatt 04.05.2019


Svea Venus
5000 km mit dem Fahrrad von Benniehausen nach Lissabon (Quelle GT 04.05.2019)
Svea Venus-Ärzte ohne Grenzen.pdf (2.47MB)
Svea Venus
5000 km mit dem Fahrrad von Benniehausen nach Lissabon (Quelle GT 04.05.2019)
Svea Venus-Ärzte ohne Grenzen.pdf (2.47MB)